Privat
Extremwandern
Warum jemand, der ein Haus mit 208 Betten führt, in seiner freien Zeit freiwillig 40 Kilometer am Stück läuft.
Ein Hostel schließt nie. Es gibt keinen Feierabend, an dem das Haus leer steht und alles wartet – es gibt nur den Moment, in dem jemand anderes die Schicht übernimmt. Wer das jahrelang macht, braucht ein Gegenteil.
Meines ist das Wandern über lange Distanzen. Mehrere Tage, eine Richtung, ein Rucksack. Kein Dienstplan, keine Buchungsplattform, keine Frage, die in den nächsten zwanzig Minuten beantwortet werden muss. Nur die Entscheidung, ob man weitergeht oder nicht.
Das klingt nach Eskapismus, ist aber das Gegenteil. Die Probleme, die im Betrieb unlösbar aussehen, ordnen sich nach dreißig Kilometern von selbst. Nicht weil sie kleiner werden, sondern weil man aufhört, gleichzeitig an sieben davon zu denken.